Unsere Forderungen

BIG-M fordert einen Milchpreis, der die Produktionskosten auf einem durchschnittlichen Milchwirtschaftsbetrieb in der Schweiz deckt. Nur wenn die Produktionskosten gedeckt sind, wird es in der Schweiz auch künftig eine Milchproduktion geben! Die Freude und die Hinwendung zu unseren Kühen, welche uns bei der täglichen Arbeit motivieren, können auf Dauer keine finanziellen Löcher stopfen! Auch wir sind zum Leben auf ein anständiges Einkommen angewiesen.

Derzeit haben die Milchbauern in ganz Europa ruinöse Milchpreise. Der Grund dafür ist hüben
wie drüben ein und derselbe: Die Milchbauern verfügen über kein Instrument die produzierte Milchmenge dem tatsächlichen Absatz anzupassen.

Vor rund 2 Monaten ist die neue Branchenorganisation Milch gegründet worden. Wir beobachten deren Ergebnisse und Beschlüsse gut. Vor allem aber mir Besorgnis. Wir wissen, dass es diese Organisation wegen ihrer derzeitigen Zusammensetzung schwer haben wird Lösungen zustande zu bringen, welche die Situation der Produzenten nachhaltig verbessert. Denn eine Verbesserung der Preissituation kann nur mit einem restriktiven und für alle Produzenten verbindlichen Mengenmanagement erreicht werden. Dass die Vertreter der Verarbeiter kein Interessen am Einschränken der Menge haben ist ein offenes Geheimnis. Und ob die so genannten Produzentenvertreter in der Branchenorganisation, die tagtäglich physisch mit Milch handeln, ein Interesse haben die Menge reduzieren zu wollen ist schnell und einfach zu beantworten. Sie sind in der Bringschuld des Abnehmers. Auch sie leben natürlich von der Formel: „Menge mal Marge gleich Gewinn“...

Es braucht eine Mengensteuerung

Es gibt daher nur einen einzigen Weg, der uns aus dieser desolaten Situation herausführen kann: Wir Produzenten müssen das Heft selber in die Hand nehmen, wenn wir auch in Zukunft in der Schweiz eine bäuerliche Milchproduktion wollen. Wir Bauern müssen in die Lage kommen, dass wir das Angebot an die Nachfrage anpassen können. Produzierte Überschüsse sind teuer und kosten den Steuerzahler unnötiges Geld. Die Menge kann nur reguliert werden, wenn sich sämtliche Produzenten daran halten müssen. Und dies erfordert eine Allgemeinverbindlichkeit, welche im Gesetz festzuschreiben ist. Nur so können Trittbrettfahrer die sich auf Kosten der Allgemeinheit einen persönlichen Vorteil erschleichen wollen in die Schranken gewiesen werden. Die Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit einer Mengensteuerung in Produzentenhand kostet den Staat keinen Franken, bringt aber eine unvergleichlich grosse Stabilität in eine ganze Branche. Wir brauchen diesen Systemwechsel im Milchmarkt.

Zusätzlich muss eine Monitoringstelle geschaffen werden, bei welcher Produzenten, Konsumenten,
Verarbeiter, Handel und Politik gemeinsam die zu produzierende Menge definieren. Dies
muss in regelmässigen Abständen geschehen um die absetzbare Menge aufs Neue zu definieren.
Absetzbar nicht zu jedem Preis, der Massstab müssen die Produktionskosten des
Durchschnittbetriebes sein. Somit werden Exportmärkte, die im Moment mit Billigprodukte
bedient werden wohl aus unserem Portfolio fallen! Weiter gilt es eine Interventionsabgabe
beizubehalten um aus eigener Kraft kurzfristigen Marktstörungen entgegen zu wirken.

Wie hoch ist ein fairer Milchpreis?

Im Jahre 2008 war der Milchpreis im Durchschnitt um ganze 9 Rappen höher als im Jahr 2007. Dies multipliziert mit der Durchschnittlichen Liefermenge eines Betriebes ergab eine gesteigerte Einnahme aus dem Milchverkauf von über 10'000 Franken. Trotzdem verharrte das durchschnittliche
Einkommen pro Arbeitskraft auf knapp 40'000 Franken. Wahrlich kein Fürstensalär für 365
Tage Arbeit. (Übrigens: diese Zahlen sind inkl. Direktzahlungen!!) Seit dem letzten Jahr ist der Milchpreis jedoch bis Ende August um 30 % gefallen!

Europaweit wird ein fairer Milchpreis von mindestens 43 Eurocent für alle Milchproduzenten gefordert. Für die Schweiz heisst das:

  • 43 Eurocent bei einem aktuellen Kurs von 1.65 = 70,95 Rappen.
  • Plus 10,7 Prozent Mehrwertsteuer (erhalten die Produzenten ausbezahlt) = 77,50 Rappen.
  • Dazu kommt der vielzitierte Swissness-Bonus von 10 Prozent = 85 Rappen.
  • Dazu kommen 15 Rappen Verkäsungszulage.
  • Summa Summarum ergibt sich daraus ein fairer Milchpreis von 1 Franken pro Kilo.

Der aktuelle Milchpreis in der Schweiz - und in ganz Europa - liegt weit von diesem Ziel entfernt.

Und wer wissen will, wie der Milchpreis gemacht wird, dem sei dieses Video vom ZDF empfohlen, das auch in der Schweiz Gültigkeit hat: So läuft der Milchmarkt

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BIG-M, die Bäuerliche Interessen-Gruppe für Marktkampf